1.Schnellreferenz
Eine Kollokation ist eine typische, wiederkehrende Wortverbindung. Sie liegt zwischen völlig freier Kombination und stark fester Wendung.
freie Verbindung
→ typische Kollokation
→ stark gebundene Verbindung
→ Idiom / feste Wendung
Beispiele:
eine Entscheidung treffen
Kritik üben
starker Regen
hohe Wahrscheinlichkeit
Interesse an + Dativ
Die wichtigste Lernidee:
NICHT: Entscheidung = decision
SONDERN: Entscheidung + treffen + über + Akk. + typisches Beispiel
Referenzprinzip: Ein Wort ist erst dann wirklich aktiv gelernt, wenn seine typischen Partner, grammatischen Muster und Registerwerte mitgelernt sind.
2.1. Kollokation als Grundeinheit
Eine Kollokation ist eine wiederkehrende, konventionelle Wortverbindung. Die beteiligten Wörter behalten meist ihre eigene Bedeutung, treten aber deutlich häufiger miteinander auf als mit vielen theoretisch möglichen Alternativen.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffenstarker Regengroßes Interesseeine Rolle spielen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
3.2. Warum Einzelübersetzungen nicht reichen
Ein Wörterbucheintrag erklärt Bedeutung, aber nicht automatisch, mit welchen Wörtern ein Ausdruck natürlich kombiniert wird. Deshalb gehört zu aktivem Wortschatz immer auch die typische Umgebung eines Wortes.
Typische Verbindungen:
eine Frage stellen, nicht nur Frage = questionInteresse wecken, Interesse zeigen, Interesse haben
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
4.3. Freie Verbindung
In freien Verbindungen können viele Wörter relativ problemlos ausgetauscht werden. Die Kombination ist semantisch nachvollziehbar, aber nicht stark lexikalisch festgelegt.
Typische Verbindungen:
ein rotes Autoein kleines Autoein altes Auto
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
5.4. Kollokation
Bei einer Kollokation ist die Auswahl eines Partners deutlich eingeschränkt. Andere Wörter wären grammatisch möglich, klingen aber weniger idiomatisch oder verändern die Bedeutung.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffenVerantwortung übernehmenKritik üben
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
6.5. Idiom
Ein Idiom ist stärker lexikalisiert als eine typische Kollokation: Die Gesamtbedeutung lässt sich häufig nicht vollständig aus den Einzelwörtern ableiten.
Typische Verbindungen:
ins Auge fallenden Nagel auf den Kopf treffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
7.6. Nomen-Verb-Verbindung
Viele Nomen-Verb-Verbindungen sind zugleich Kollokationen. Manche funktionieren als relativ feste Funktionsverbgefüge, andere bleiben semantisch transparenter.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffenin Betracht ziehenzur Verfügung stehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
8.7. Mehrwortlexem und feste Wendung
Zwischen freier Verbindung, Kollokation und Idiom gibt es Übergänge. Für Lernende ist die genaue theoretische Kategorie weniger wichtig als die Frage, wie fest eine Verbindung ist und wie sie tatsächlich verwendet wird.
Typische Verbindungen:
freie Verbindung → Kollokation → feste Wendung / Idiom
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
9.8. Basis und Kollokator
In vielen Beschreibungen ist die Basis das semantisch zentrale Wort, während der Kollokator die typische lexikalische Auswahl liefert. Bei eine Entscheidung treffen ist Entscheidung die Basis und treffen der Kollokator.
Typische Verbindungen:
Entscheidung + treffenInteresse + weckenKritik + üben
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
10.9. Verb + Nomen
Verb-Nomen-Kollokationen gehören zu den wichtigsten Mustern des Deutschen. Oft ist gerade das Verb nicht direkt aus einer Übersetzung vorhersehbar.
Typische Verbindungen:
eine Frage stelleneinen Antrag stellenVerantwortung übernehmenMaßnahmen ergreifen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
11.10. Nomen + Verb als Subjekt
Auch die typische Verbwahl zu einem nominalen Subjekt ist kollokational geprägt.
Typische Verbindungen:
die Nachfrage steigtdie Kosten sinkenein Problem entstehtein Verdacht besteht
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
12.11. Adjektiv + Nomen
Adjektive verbinden sich nicht beliebig mit Nomen. Manche Kombinationen sind besonders typisch und tragen oft fachliche oder registerbezogene Präzision.
Typische Verbindungen:
starker Regenhohe Wahrscheinlichkeitgroße Bedeutungschwerer Fehler
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
13.12. Adverb + Adjektiv
Auch Intensivierer und Gradadverbien zeigen typische Kombinationsmuster.
Typische Verbindungen:
äußerst wichtigstark umstrittentief enttäuschthoch relevant
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
14.13. Adverb + Verb
Bei Verben kann ein typisches Adverb die Art und Weise idiomatisch präzisieren.
Typische Verbindungen:
heftig kritisierendringend empfehlenausdrücklich betonennachdrücklich fordern
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
15.14. Nomen + Nomen
Nomen können durch Genitiv, Präposition oder Komposition typische lexikalische Beziehungen bilden.
Typische Verbindungen:
eine Reihe von MaßnahmenMangel an PersonalZugang zu Bildung
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
16.15. Präpositionale Muster
Wortschatz umfasst nicht nur Wörter, sondern auch ihre Präpositionen und Kasusmuster. Solche Verbindungen sollten als Einheit gelernt werden.
Typische Verbindungen:
Interesse an + Dativabhängig von + Dativsich beziehen auf + Akkusativ
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
17.16. Verb + Präposition
Präpositionalrektion ist eine besonders wichtige Form lexikalischer Kombination. Die Präposition ist oft nicht aus der Bedeutung allein ableitbar.
Typische Verbindungen:
warten auf + Akk.teilnehmen an + Dat.bestehen aus + Dat.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
18.17. Nomen + Präposition
Viele Nomen besitzen stabile Präpositionsmuster, die mit verwandten Verben oder Adjektiven zusammenhängen können.
Typische Verbindungen:
Interesse an + Dat.Angst vor + Dat.Einfluss auf + Akk.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
19.18. Adjektiv + Präposition
Auch Adjektive müssen oft mitsamt ihrer Präposition gelernt werden.
Typische Verbindungen:
interessiert an + Dat.stolz auf + Akk.abhängig von + Dat.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
20.19. Wortfamilien als Kollokationsnetz
Verwandte Wörter teilen nicht automatisch dieselben Partner. Ein Wortfamiliennetz sollte daher mit seinen jeweiligen Kollokationen gelernt werden.
Typische Verbindungen:
entscheiden → eine Entscheidung treffenentschlossen → fest entschlossen sein
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
21.20. Semantische Präferenz
Ein Wort kann nicht nur bestimmte einzelne Partner bevorzugen, sondern ganze Bedeutungsfelder. schwer verbindet sich etwa häufig mit Problemen, Fehlern, Folgen oder Krankheiten.
Typische Verbindungen:
schwerer Fehlerschwere Folgenschwere Erkrankung
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
22.21. Kollokative Präferenz
Nicht jede plausible Kombination ist gleich typisch. Natürlichkeit entsteht oft durch Häufigkeit und Konvention.
Typische Verbindungen:
starker Regen, aber starker Windhohe Wahrscheinlichkeit, aber große Chance
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
23.22. Stärke von Kollokationen
Kollokationen können schwächer oder stärker gebunden sein. großes Haus ist relativ frei, große Bedeutung deutlich konventioneller, in Betracht ziehen noch stärker lexikalisiert.
Typische Verbindungen:
frei → typisch → stark gebunden
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
24.23. Produktivität
Manche Muster erlauben viele neue Kombinationen, andere nur wenige. Produktivität ist ein Kontinuum und gehört zur Einschätzung eines Ausdrucks.
Typische Verbindungen:
eine Frage stellen / einen Antrag stellen / einen Antrag einreichen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
25.24. Register
Kollokationen tragen oft Registerinformation. Eine Kombination kann neutral, umgangssprachlich, fachsprachlich, journalistisch oder administrativ sein.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffen – neutraleine Maßnahme ergreifen – formeller
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
26.25. Fachsprache
In Fachtexten sind typische Wortverbindungen besonders wichtig, weil sie präzise Kategorien und etablierte Handlungsmuster ausdrücken.
Typische Verbindungen:
eine Diagnose stellenDaten erhebeneine Hypothese prüfen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
27.26. Wissenschaftssprache
Wissenschaftliche Kollokationen strukturieren Argumentation, Evidenz und Methodik. Viele sind fachübergreifend produktiv.
Typische Verbindungen:
eine Annahme zugrunde legeneine Schlussfolgerung ziehenErgebnisse deuten darauf hin
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
28.27. Verwaltungssprache
Administrative Texte bevorzugen bestimmte standardisierte Kombinationen, die im Alltag oft formeller wirken.
Typische Verbindungen:
einen Antrag stelleneine Genehmigung erteileneine Frist einhalten
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
29.28. Journalistische Sprache
Journalistische Kollokationen helfen, Ereignisse knapp und wiedererkennbar zu beschreiben.
Typische Verbindungen:
Kritik übenDruck ausübenGespräche aufnehmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
30.29. Gesprochene Sprache
In spontaner Rede treten häufig kurze, hochfrequente Kollokationen auf. Zu formelle Kombinationen können in Alltagssituationen unnötig schwer wirken.
Typische Verbindungen:
eine Idee habenBescheid sagenSpaß machen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
31.30. Schriftliche Sprache
Schriftliche Register erlauben oft stärker verdichtete und nominale Kollokationen.
Typische Verbindungen:
Maßnahmen ergreifenBerücksichtigung findenzur Anwendung kommen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
32.31. Positive Konnotation
Ein kollokationaler Partner kann die typische Bewertung eines Ausdrucks mitprägen.
Typische Verbindungen:
großer Erfolgwertvolle Erfahrungberechtigte Hoffnung
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
33.32. Negative Konnotation
Manche Wörter treten besonders häufig in negativen Kontexten auf und ziehen typische Partner an.
Typische Verbindungen:
schwerwiegende Folgenheftige Kritikernste Bedenken
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
34.33. Near-Synonyme sind nicht austauschbar
Nahe Synonyme können unterschiedliche Kollokationen besitzen. Genau deshalb ist Übersetzen Wort für Wort riskant.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffen, aber einen Entschluss fassenKritik üben, aber Zweifel äußern
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
35.34. machen als Übergebrauchsverb
Lernende greifen oft auf machen zurück, obwohl das Deutsche einen spezifischeren Kollokator bevorzugt. Das Ergebnis ist häufig verständlich, aber wenig idiomatisch.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffen, nicht *eine Entscheidung macheneinen Fehler machen – dagegen korrekt
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
36.35. haben als Übergebrauchsverb
Auch haben kann semantisch möglich, aber kollokational zu allgemein sein. Typische Alternativen tragen oft präzisere Bedeutungen.
Typische Verbindungen:
Interesse habenaber Interesse zeigen / wecken / verlieren
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
37.36. geben als Funktionsverb
geben ist in einigen Kollokationen völlig natürlich und sollte nicht pauschal ersetzt werden.
Typische Verbindungen:
eine Antwort gebeneinen Hinweis gebenUnterstützung geben – je nach Kontext möglich
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
38.37. treffen
treffen ist ein produktiver Kollokator mit bestimmten abstrakten Nomen, aber nicht mit beliebigen Entscheidungen oder Handlungen.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffeneine Auswahl treffenVorbereitungen treffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
39.38. stellen
stellen bildet zahlreiche etablierte Nomen-Verb-Verbindungen. Die gemeinsame Bedeutung ist oft nur teilweise wörtlich.
Typische Verbindungen:
eine Frage stelleneinen Antrag stelleneine Diagnose stellenAnsprüche stellen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
40.39. führen
führen verbindet sich mit Gesprächs-, Prozess- und Wirkungsnomen und ist besonders in formelleren Registern produktiv.
Typische Verbindungen:
ein Gespräch führenVerhandlungen führenzu Problemen führen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
41.40. leisten
leisten ist in abstrakten Kollokationen häufig und kann Beitrag, Hilfe oder Widerstand ausdrücken.
Typische Verbindungen:
einen Beitrag leistenHilfe leistenWiderstand leisten
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
42.41. ziehen
ziehen ist in mehreren abstrakten Verbindungen stark lexikalisiert.
Typische Verbindungen:
eine Schlussfolgerung ziehenin Betracht ziehenKonsequenzen ziehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
43.42. üben
üben erscheint in formelleren Kollokationen für Einfluss, Kritik oder Druck.
Typische Verbindungen:
Kritik übenDruck ausübenEinfluss ausüben
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
44.43. erheben
erheben ist typisch für Daten, Vorwürfe, Ansprüche und formale Forderungen.
Typische Verbindungen:
Daten erhebenVorwürfe erhebenAnspruch erheben
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
45.44. ergreifen
ergreifen ist ein formeller Kollokator für Maßnahmen, Initiativen oder Chancen.
Typische Verbindungen:
Maßnahmen ergreifendie Initiative ergreifeneine Chance ergreifen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
46.45. wahrnehmen
wahrnehmen besitzt mehrere lexikalische Muster und Registerwerte. Es kann sehen/bemerken, eine Funktion ausüben oder eine Möglichkeit nutzen bedeuten.
Typische Verbindungen:
eine Aufgabe wahrnehmeneine Chance wahrnehmenInteressen wahrnehmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
47.46. nehmen
nehmen ist in zahlreichen festen und halbfreien Verbindungen produktiv.
Typische Verbindungen:
Rücksicht nehmenEinfluss nehmenin Anspruch nehmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
48.47. bringen
bringen bildet häufig kausative oder resultative Kollokationen.
Typische Verbindungen:
in Gefahr bringenzum Ausdruck bringenin Zusammenhang bringen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
49.48. kommen
kommen ist zentral in Funktionsverbgefügen, die einen Zustand, Beginn oder eine Realisierung ausdrücken.
Typische Verbindungen:
zur Anwendung kommenzum Einsatz kommenin Frage kommen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
50.49. stehen
stehen bildet häufig Zustands- und Verfügbarkeitskollokationen.
Typische Verbindungen:
zur Verfügung stehenunter Druck stehenin Verbindung stehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
51.50. setzen
setzen verbindet sich mit Ziel-, Prioritäts- und Prozessnomen.
Typische Verbindungen:
Prioritäten setzenZiele setzenin Gang setzen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
52.51. geraten
geraten ist typisch für unerwünschte Zustandsveränderungen und feste Präpositionalverbindungen.
Typische Verbindungen:
unter Druck geratenin Schwierigkeiten geratenin Vergessenheit geraten
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
53.52. wecken
wecken verbindet sich häufig mit Aufmerksamkeit, Interesse, Hoffnung oder Erwartungen.
Typische Verbindungen:
Interesse weckenHoffnung weckenErwartungen wecken
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
54.53. äußern
äußern ist ein wichtiger Kollokator für Meinungen, Kritik, Zweifel und Bedenken.
Typische Verbindungen:
Kritik äußernZweifel äußernBedenken äußern
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
55.54. begründen
Auch semantisch relativ transparente Kombinationen können typische Muster bilden, besonders in Argumentation.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung begründeneine Position begründeneine Forderung begründen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
56.55. stark
stark ist ein häufiger Intensivierer, aber nicht universell. Seine Partner hängen stark vom Bedeutungsfeld ab.
Typische Verbindungen:
starker Regenstarke Nachfragestarker Anstiegstark betroffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
57.56. hoch
hoch tritt besonders mit abstrakten Skalen, Wahrscheinlichkeiten, Kosten und Ansprüchen auf.
Typische Verbindungen:
hohe Wahrscheinlichkeithohe Kostenhohe Anforderungenhohes Risiko
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
58.57. groß
groß kombiniert sich mit vielen abstrakten Nomen, aber die Wahl ist nicht beliebig.
Typische Verbindungen:
große Bedeutunggroßes Interessegroßer Einflussgroße Sorge
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
59.58. schwer
schwer kann physisches Gewicht, Schwierigkeit oder Ernsthaftigkeit ausdrücken; Kollokationen zeigen, welche Lesart gemeint ist.
Typische Verbindungen:
schwere Aufgabeschwerer Fehlerschwere Folgen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
60.59. tief
tief wird in emotionalen und wertenden Kollokationen häufig metaphorisch verwendet.
Typische Verbindungen:
tief enttäuschttief besorgttiefe Überzeugung
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
61.60. heftig
heftig verbindet sich mit Intensität, Konflikt oder Reaktion.
Typische Verbindungen:
heftig kritisierenheftige Debatteheftiger Widerstand
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
62.61. dringend
dringend markiert hohen Handlungsbedarf und ist in Empfehlungen und Forderungen häufig.
Typische Verbindungen:
dringend empfehlendringend benötigendringender Handlungsbedarf
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
63.62. ausdrücklich
ausdrücklich markiert, dass etwas explizit und bewusst formuliert wird.
Typische Verbindungen:
ausdrücklich betonenausdrücklich erlaubenausdrücklich widersprechen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
64.63. nachdrücklich
nachdrücklich beschreibt starke, wiederholte oder energische kommunikative Handlungen.
Typische Verbindungen:
nachdrücklich fordernnachdrücklich warnennachdrücklich widersprechen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
65.64. Kollokationen und Kasus
Zu einer Kollokation gehört oft auch die Kasusrektion. Wer nur die Wörter speichert, aber nicht das grammatische Muster, besitzt die Verbindung noch nicht vollständig.
Typische Verbindungen:
jemandem Hilfe leisteneinen Antrag stellenan einer Sitzung teilnehmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
66.65. Kollokationen und Artikel
Manche festen Muster bevorzugen einen bestimmten Artikeltyp oder kommen häufig artikellos vor.
Typische Verbindungen:
in Betracht ziehenzur Verfügung stehenunter Druck stehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
67.66. Kollokationen und Numerus
Singular und Plural können die Natürlichkeit oder Bedeutung eines Musters beeinflussen.
Typische Verbindungen:
Maßnahmen ergreifeneine Maßnahme treffen – untypisch
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
68.67. Kollokationen und Komposita
Einige semantische Beziehungen können als freie Wortgruppe oder als Kompositum erscheinen. Die Wahl ist lexikalisch konventionell.
Typische Verbindungen:
DatenschutzproblemProblem des DatenschutzesZugangskontrolle
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
69.68. Kollokationen und Wortstellung
Mehrwortverbindungen sind keine starren Blöcke. Flexion, Satzklammer und Informationsstruktur können ihre Teile voneinander trennen.
Typische Verbindungen:
Wir treffen morgen eine Entscheidung.Die Entscheidung wurde gestern getroffen.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
70.69. Passiv
Viele Verb-Nomen-Kollokationen können ins Passiv gesetzt werden. Dadurch bleibt die Kollokation erhalten, aber die Informationsstruktur ändert sich.
Typische Verbindungen:
Die Entscheidung wurde getroffen.Die Maßnahmen wurden ergriffen.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
71.70. Nominalstil
Formelle Texte verdichten Kollokationen häufig nominal. Dabei entstehen neue typische Verbindungen.
Typische Verbindungen:
eine Entscheidung treffen → die EntscheidungsfindungMaßnahmen ergreifen → die Ergreifung von Maßnahmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
72.71. Verbalisierung
Umgekehrt kann ein dichter Nominalstil durch verbale Kollokationen lesbarer gemacht werden.
Typische Verbindungen:
die Durchführung der Analyse → die Analyse durchführen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
73.72. Kollokationen in Wörterbüchern
Gute Wörterbücher zeigen typische Partner, Beispiele, Register- und Rektioninformationen. Diese Angaben sind für aktive Verwendung oft wichtiger als eine lange Liste möglicher Übersetzungen.
Typische Verbindungen:
Bedeutung + Partner + Grammatik + Register
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
74.73. Korpusbelege
Korpora zeigen reale Häufigkeiten und Kontexte. Sie helfen besonders dann, wenn mehrere grammatisch mögliche Kombinationen miteinander konkurrieren.
Typische Verbindungen:
Welche Variante kommt tatsächlich häufiger vor?
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
75.74. Häufigkeit ist nicht alles
Eine sehr häufige Kombination ist nicht automatisch in jedem Register passend. Häufigkeit muss zusammen mit Bedeutung, Textsorte und Region gelesen werden.
Typische Verbindungen:
häufig ≠ immer passend
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
76.75. Regionale Variation
Auch Kollokationen können regional variieren. Besonders im DACH-Raum können unterschiedliche Verben, Präpositionen oder feste Wendungen standardsprachlich etabliert sein.
Typische Verbindungen:
regionale Standardvariation beachten
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
77.76. Zeitliche Variation
Kollokationen können sich verändern: Manche Verbindungen werden produktiver, andere wirken veraltet oder nur noch in bestimmten Textsorten üblich.
Typische Verbindungen:
Sprachgebrauch ist dynamisch
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
78.77. Fehlende Eins-zu-eins-Entsprechung
Eine Kollokation der Ausgangssprache hat häufig keine strukturell gleiche Kollokation im Deutschen. Übersetzt werden muss die ganze Verbindung.
Typische Verbindungen:
to make a decision → eine Entscheidung treffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
79.78. Interferenz
Viele unnatürliche Kombinationen entstehen durch direkte Übertragung aus einer anderen Sprache. Grammatik kann korrekt sein, obwohl die Wortwahl kollokational fremd wirkt.
Typische Verbindungen:
*eine Entscheidung machen → eine Entscheidung treffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
80.79. Fehler vs. Ungewöhnlichkeit
Nicht jede seltene Kombination ist grammatisch falsch. Sie kann kreativ, fachlich speziell oder einfach ungewöhnlich sein. Kollokationswissen betrifft daher Wahrscheinlichkeit und Norm, nicht nur richtig/falsch.
Typische Verbindungen:
grammatisch möglich ≠ idiomatisch typisch
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
81.80. Kreative Abweichung
Literatur, Werbung und Journalismus können typische Kollokationen bewusst brechen. Solche Effekte funktionieren gerade deshalb, weil die normale Kombination bekannt ist.
Typische Verbindungen:
Erwartung brechen setzt Erwartung voraus
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
82.81. Rezeptive Kompetenz
Beim Lesen und Hören helfen Kollokationen, Wortgruppen schneller als Einheit zu erkennen. Dadurch sinkt die Verarbeitungslast.
Typische Verbindungen:
zur Verfügung stehen als Einheit erkennen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
83.82. Produktive Kompetenz
Beim Sprechen und Schreiben erhöhen sichere Kollokationen Flüssigkeit, Präzision und Natürlichkeit, weil weniger Wort-für-Wort konstruiert werden muss.
Typische Verbindungen:
Chunks beschleunigen Produktion
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
84.83. Chunks
Viele Kollokationen werden mental als teilweise vorgefertigte Einheiten verarbeitet. Das erklärt, warum häufige Wortgruppen flüssiger produziert werden können.
Typische Verbindungen:
eine Rolle spielenzur Verfügung stehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
85.84. Kollokationen statt Wortlisten
Eine Wortliste mit isolierten Übersetzungen speichert zu wenig Information. Nützlicher ist ein Eintrag mit Form, Partner, Beispiel und Register.
Typische Verbindungen:
Entscheidung → treffen → eine wichtige Entscheidung treffen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
86.85. Minimaler Lerneintrag
Für ein neues Wort sollte mindestens ein typischer Partner und ein vollständiges Beispiel gespeichert werden.
Typische Verbindungen:
Kritik – Kritik üben – Die Opposition übt Kritik.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
87.86. Erweiterter Lerneintrag
Auf höheren Niveaus lohnt sich ein Eintrag mit mehreren Kollokatoren, Rektion, Register, Kontrast und Wortfamilie.
Typische Verbindungen:
Interesse: haben / zeigen / wecken / verlieren; Interesse an + Dat.
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
88.87. Kollokationsprofil eines Nomens
Ein Nomen kann mit typischen Verben, Adjektiven und Präpositionen gelernt werden. Das ergibt ein kleines lexikalisches Netzwerk.
Typische Verbindungen:
Entscheidung: treffen / begründen / schwierige / politische / Entscheidung über
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
89.88. Kollokationsprofil eines Verbs
Auch ein Verb sollte mit typischen Objekten, Adverbien und Präpositionen gespeichert werden.
Typische Verbindungen:
äußern: Kritik / Zweifel / Bedenken / sich zu + Dat. äußern
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
90.89. Kollokationsprofil eines Adjektivs
Bei Adjektiven sind typische Nomen und Gradadverbien besonders relevant.
Typische Verbindungen:
hohe Kosten / hohe Wahrscheinlichkeit / äußerst hoch
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
91.90. Synonymnetz mit Kollokationen
Synonyme sollten nicht nur nach Bedeutung, sondern nach Partnern verglichen werden.
Typische Verbindungen:
Entscheidung treffen ↔ Entschluss fassenFehler machen ↔ Irrtum begehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
92.91. Kollokationen und Textsorte
Eine typische Verbindung kann stark an bestimmte Textsorten gebunden sein. Fachartikel, Bewerbung, Nachricht und Gespräch aktivieren unterschiedliche Kollokationsfelder.
Typische Verbindungen:
Bewerbung: Erfahrung sammeln / Verantwortung übernehmen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
93.92. Kollokationen und Thema
Themenwortschatz wird natürlicher, wenn nicht nur Einzelwörter, sondern typische Verbindungen gesammelt werden.
Typische Verbindungen:
Umwelt: Emissionen senken / Ressourcen schonen / Maßnahmen ergreifen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
94.93. Kollokationen und Argumentation
Argumentative Texte verwenden wiederkehrende Verbindungen für Position, Evidenz und Schlussfolgerung.
Typische Verbindungen:
ein Argument anführeneine Position vertreteneine Schlussfolgerung ziehen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
95.94. Kollokationen und Präsentationen
In Präsentationen helfen feste Wortverbindungen, Inhalte flüssig zu strukturieren und spontan abzurufen.
Typische Verbindungen:
einen Überblick gebenauf einen Punkt eingeheneine Frage aufgreifen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
96.95. Kollokationen und Zusammenfassungen
Zusammenfassungen profitieren von neutralen, wiederverwendbaren Kollokationen der Redewiedergabe.
Typische Verbindungen:
eine These vertreteneinen Aspekt hervorhebenzu dem Schluss kommen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
97.96. Kollokationen und Diagrammbeschreibung
Auch Datensprache basiert auf wiederkehrenden Kombinationen.
Typische Verbindungen:
deutlich ansteigenleicht zurückgeheneinen Höchststand erreichen
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
98.97. Kollokationen und Bewertung
Bewertungen werden idiomatischer, wenn typische Intensitäts- und Bewertungsverbindungen genutzt werden.
Typische Verbindungen:
äußerst problematischvon großer Bedeutungernste Bedenken
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
99.98. Kollokationen und Höflichkeit
Höfliche Kommunikation nutzt häufig vorgefertigte Kombinationen, deren Wirkung über die Einzelwörter hinausgeht.
Typische Verbindungen:
eine Bitte äußernVerständnis zeigenum Rückmeldung bitten
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
100.99. Lexikalische Präzision
Fortgeschrittene Sprachkompetenz bedeutet häufig nicht, seltenere Einzelwörter zu verwenden, sondern bekannte Wörter präziser zu kombinieren.
Typische Verbindungen:
bekanntes Wort + passender Kollokator = präzisere Sprache
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
101.100. Natürlichkeit
Natürlichkeit entsteht aus vielen kleinen konventionellen Entscheidungen. Kollokationen sind deshalb ein Kernbereich zwischen Grammatik und Wortschatz.
Typische Verbindungen:
grammatisch korrekt + kollokational typisch
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
102.101. Mentales Gesamtmodell
Wortschatz sollte als Netzwerk gelernt werden: Wortform → Bedeutung → typische Partner → Grammatik → Register → Beispiel → Kontrast. Kollokationen verbinden diese Ebenen miteinander.
Typische Verbindungen:
Wort → Partner → Muster → Kontext
Referenzhinweis: Bedeutung, Partnerwahl, Grammatik und Register sollten zusammen betrachtet werden.
103.Mastertabelle: Kollokationstypen
| Typ | Beispiele |
|---|---|
| Verb + Nomen | eine Entscheidung treffen · Kritik üben · Maßnahmen ergreifen |
| Nomen + Verb | die Nachfrage steigt · ein Problem entsteht · ein Verdacht besteht |
| Adjektiv + Nomen | starker Regen · hohe Kosten · große Bedeutung |
| Adverb + Adjektiv | äußerst wichtig · tief enttäuscht · stark umstritten |
| Adverb + Verb | heftig kritisieren · dringend empfehlen · ausdrücklich betonen |
| Verb + Präposition | warten auf · teilnehmen an · bestehen aus |
| Nomen + Präposition | Interesse an · Angst vor · Einfluss auf |
| Adjektiv + Präposition | interessiert an · stolz auf · abhängig von |
104.Kollokationsprofile häufiger Nomen
| Basis | typische Verben | typische Adjektive | Muster |
|---|---|---|---|
Entscheidung | treffen · fällen · begründen · revidieren | wichtige · schwierige · politische | Entscheidung über + Akk. |
Kritik | üben · äußern · zurückweisen | heftige · scharfe · berechtigte | Kritik an + Dat. |
Interesse | haben · zeigen · wecken · verlieren | großes · wachsendes · besonderes | Interesse an + Dat. |
Verantwortung | übernehmen · tragen · abgeben | große · persönliche · politische | Verantwortung für + Akk. |
Einfluss | haben · nehmen · ausüben · gewinnen | großer · direkter · erheblicher | Einfluss auf + Akk. |
Maßnahme | ergreifen · umsetzen · planen · prüfen | wirksame · geeignete · konkrete | Maßnahme gegen / für |
Rolle | spielen · übernehmen · verändern | wichtige · zentrale · entscheidende | Rolle bei / in |
Problem | entstehen · lösen · verschärfen · erkennen | großes · ernstes · strukturelles | Problem mit / bei |
Ziel | setzen · erreichen · verfolgen · verfehlen | klares · realistisches · langfristiges | Ziel von / für |
Daten | erheben · auswerten · analysieren · veröffentlichen | aktuelle · belastbare · vollständige | Daten zu + Dat. |
105.Häufige Kollokatoren
| Kollokator | typische Partner |
|---|---|
treffen | Entscheidung · Auswahl · Vorbereitungen |
stellen | Frage · Antrag · Diagnose · Forderung |
führen | Gespräch · Verhandlung · Diskussion |
leisten | Beitrag · Hilfe · Widerstand |
ziehen | Schlussfolgerung · Konsequenzen · in Betracht |
ergreifen | Maßnahme · Initiative · Chance |
äußern | Kritik · Zweifel · Bedenken |
wecken | Interesse · Hoffnung · Erwartungen |
setzen | Ziele · Prioritäten · in Gang |
nehmen | Rücksicht · Einfluss · in Anspruch |
106.Registerkarte
| Register | typische Kollokationen |
|---|---|
| neutral | eine Entscheidung treffen · Interesse zeigen · ein Problem lösen |
| gesprochen / alltagsnah | Bescheid sagen · Spaß machen · eine Idee haben |
| schriftlich-formell | Maßnahmen ergreifen · Kritik üben · einen Beitrag leisten |
| wissenschaftlich | Daten erheben · eine Annahme zugrunde legen · eine Schlussfolgerung ziehen |
| administrativ | einen Antrag stellen · eine Genehmigung erteilen · eine Frist einhalten |
107.Typisch vs. nur wörtlich plausibel
| Natürlich | untypisch / problematisch | Hinweis |
|---|---|---|
eine Entscheidung treffen | *eine Entscheidung machen | treffen ist der konventionelle Kollokator |
Kritik üben | *Kritik machen | üben / äußern je nach Funktion |
eine Frage stellen | *eine Frage machen | stellen ist Standard |
Maßnahmen ergreifen | *Maßnahmen machen | ergreifen / umsetzen / planen je nach Bedeutung |
eine Schlussfolgerung ziehen | *eine Schlussfolgerung machen | ziehen ist konventionell |
hohe Wahrscheinlichkeit | *große Wahrscheinlichkeit | hoch ist der typische Skalenpartner |
starker Regen | *schwerer Regen | stark ist der typische Intensitätsausdruck |
schwerer Fehler | *starker Fehler | schwer markiert Ernsthaftigkeit |
große Bedeutung | *hohe Bedeutung | groß ist hier die Standardkollokation |
ernste Bedenken | *schwere Bedenken | ernst ist typischer |
108.Vorlage für einen Kollokationseintrag
BASIS: Entscheidung
BEDEUTUNG: choice / решение
TYPISCHE VERBEN: treffen, begründen, revidieren
TYPISCHE ADJEKTIVE: wichtig, schwierig, politisch
REKTION: Entscheidung über + Akk.
REGISTER: neutral
KONTRAST: Entschluss fassen
BEISPIEL: Die Regierung hat eine schwierige Entscheidung getroffen.
109.Thematische Kollokationsbanken
Arbeit
Verantwortung übernehmenErfahrung sammelneine Aufgabe übernehmeneine Frist einhaltenein Ziel erreichen
Studium und Wissenschaft
Daten erhebeneine Hypothese prüfeneine Quelle auswerteneine Schlussfolgerung zieheneine Annahme zugrunde legen
Argumentation
ein Argument anführeneine Position vertretenKritik übenZweifel äußerneinen Einwand entkräften
Gesellschaft und Politik
Maßnahmen ergreifenDruck ausübenVerantwortung trageneine Debatte führeneine Reform umsetzen
Daten und Trends
deutlich ansteigenleicht zurückgeheneinen Höchststand erreichenstabil bleibeneinen Trend erkennen
Kommunikation
eine Frage stelleneine Antwort gebenVerständnis zeigenum Rückmeldung bittenein Gespräch führen
110.Typische Lern- und Gebrauchsfehler
F1. Wort-für-Wort-Übersetzung
Problem: eine fremdsprachliche Kombination strukturell kopieren.
Besser: die gesamte Verbindung im Deutschen prüfen.
F2. nur das Basiswort lernen
Problem: Entscheidung ohne treffen / begründen / über.
Besser: mindestens Partner + Beispiel speichern.
F3. machen überverwenden
Problem: für viele abstrakte Nomen machen wählen.
Besser: spezifischen Kollokator lernen.
F4. Synonyme austauschen
Problem: nahe Synonyme mit denselben Partnern verwenden.
Besser: Partner jedes Synonyms separat lernen.
F5. Präposition vergessen
Problem: Interesse lernen, aber nicht Interesse an + Dat..
Besser: Rektion als Teil der Kollokation speichern.
F6. Kasus vergessen
Problem: teilnehmen an ohne Dativ lernen.
Besser: Kasus im Lerneintrag markieren.
F7. Register ignorieren
Problem: formelle Kollokation im lockeren Gespräch übernutzen.
Besser: Register mitlernen.
F8. seltene Kombination als falsch behandeln
Problem: ungewöhnlich = ungrammatisch setzen.
Besser: zwischen Grammatik, Häufigkeit und Norm unterscheiden.
F9. nur Produktion trainieren
Problem: eine Variante selbst sagen können, andere aber nicht erkennen.
Besser: auch rezeptive Variantenkenntnis aufbauen.
F10. Beispiel ohne Kontext
Problem: isolierte Zweiwortliste speichern.
Besser: vollständigen Beispielsatz ergänzen.
111.15-Sekunden-Nachschlagealgorithmus
1. Was ist das Basiswort?
2. Welche Partner sind typisch?
3. Welche Grammatik gehört dazu?
4. Gibt es eine feste Präposition oder einen festen Kasus?
5. Welches Register hat die Verbindung?
6. Welche nahe Alternative gibt es?
7. Habe ich einen vollständigen Beispielsatz?
112.Kompaktzusammenfassung
Wort
→ Bedeutung
→ typische Partner
→ grammatisches Muster
→ Register
→ Beispiel
→ Kontrast
Besonders wichtige Muster:
Verb + Nomen → eine Entscheidung treffen
Adjektiv + Nomen → hohe Wahrscheinlichkeit
Adverb + Verb → ausdrücklich betonen
Verb + Präposition → warten auf + Akk.
Nomen + Präposition → Interesse an + Dat.
Adjektiv + Präp. → abhängig von + Dat.
Merksatz: Natürlicher Wortschatz besteht nicht aus isolierten Wörtern, sondern aus Wörtern mit ihren typischen Partnern.