1.Was diese Seite behandelt
Dieses Themenpaket verbindet drei B2-Bereiche:
Gesundheit und Wohlbefinden
digitale Medizin
Mobbing und soziale Belastung
Ziel ist nicht medizinische Fachsprache, sondern alltagstaugliches und sachliches Deutsch für:
Arztgespräche
Gesundheitsinformationen
digitale Gesundheitsangebote
Diskussionen über Prävention
Gespräche über Konflikte und Mobbing
2.Gesundheit als B2-Thema
Auf B2 solltest du nicht nur einzelne Symptome nennen können.
Wichtig ist auch:
Verlauf beschreiben
Ursachen vermuten
Auswirkungen erklären
Ratschläge verstehen
Vor- und Nachteile abwägen
Erfahrungen sachlich schildern
3.Grundwortschatz Gesundheit
Wichtige Nomen:
die Gesundheit
das Wohlbefinden
die Beschwerden
das Symptom
die Erkrankung
die Behandlung
die Untersuchung
die Diagnose
die Therapie
die Genesung
die Vorsorge
4.Beschwerden beschreiben
Typische Muster:
Ich habe seit drei Tagen ...
Seit gestern fühle ich mich ...
Die Beschwerden treten vor allem ... auf.
Der Schmerz ist eher ...
Es wird besser / schlimmer, wenn ...
B2 heißt:
nicht nur was, sondern auch seit wann, wie stark, wann und unter welchen Bedingungen.
5.Schmerz beschreiben
Nützliche Adjektive:
leicht
stark
dumpf
stechend
ziehend
brennend
pochend
plötzlich
anhaltend
wiederkehrend
Beispiel:
Ich habe seit gestern einen stechenden Schmerz im Rücken.
6.Intensität angeben
leicht
mäßig
deutlich
stark
sehr stark
kaum auszuhalten
Beispiele:
Die Beschwerden sind eher leicht.
Der Schmerz ist inzwischen deutlich stärker.
Die Symptome sind nur noch schwach.
7.Zeitlicher Verlauf
seit gestern
seit einigen Wochen
zunächst
im Laufe des Tages
inzwischen
allmählich
plötzlich
immer wieder
Beispiel:
Zunächst waren die Beschwerden leicht, inzwischen treten sie häufiger auf.
8.Körperliche Symptome
Häufige Wörter:
Kopfschmerzen
Halsschmerzen
Rückenschmerzen
Husten
Fieber
Übelkeit
Schwindel
Atemnot
Müdigkeit
Schlafstörungen
Verspannungen
9.Allgemeines Befinden
Ich fühle mich fit.
Ich bin erschöpft.
Ich fühle mich angeschlagen.
Mir geht es heute besser.
Ich bin noch nicht ganz wiederhergestellt.
Ich habe wenig Energie.
angeschlagen bedeutet:
nicht ernsthaft krank, aber körperlich nicht ganz fit
10.Psychisches Wohlbefinden
Wichtige Wörter:
Stress
Belastung
Überforderung
Anspannung
Erschöpfung
Unsicherheit
Schlafprobleme
Konzentrationsprobleme
Wohlbefinden
Unterstützung
Neutral:
Ich fühle mich seit einiger Zeit stark belastet.
11.Beim Arzt: Gespräch eröffnen
Typische Formulierungen:
Ich bin hier, weil ...
Ich habe seit ... Beschwerden.
Mir ist aufgefallen, dass ...
Die Symptome haben vor ... begonnen.
Ich würde gern abklären lassen, ob ...
12.Nachfragen verstehen
Typische Fragen:
Seit wann haben Sie die Beschwerden?
Wie stark sind die Schmerzen?
Treten die Symptome regelmäßig auf?
Nehmen Sie Medikamente?
Hatten Sie so etwas schon einmal?
Gibt es bekannte Vorerkrankungen?
13.Unsicherheit ausdrücken
Wenn du keine sichere Ursache kennst:
Ich bin mir nicht sicher, ob ...
Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ...
Es könnte sein, dass ...
Ich habe den Eindruck, dass ...
Diese Formen vermeiden zu starke Behauptungen.
14.Untersuchung und Diagnose
Nützliche Wörter:
jemanden untersuchen
eine Untersuchung durchführen
Blut abnehmen
den Blutdruck messen
eine Probe nehmen
eine Diagnose stellen
etwas ausschließen
etwas abklären
Beispiel:
Die Ärztin möchte zunächst andere Ursachen ausschließen.
15.Behandlung und Therapie
eine Behandlung beginnen
eine Therapie empfehlen
Medikamente verschreiben
sich schonen
körperliche Belastung vermeiden
eine Kontrolle vereinbaren
die Behandlung fortsetzen
Beispiel:
Die Behandlung soll zunächst zwei Wochen fortgesetzt werden.
16.Medikamente: neutrale Alltagssprache
ein Medikament einnehmen
die Dosis
die Nebenwirkung
die Packungsbeilage
ein Rezept
ein Medikament vertragen
Beispiel:
Ich vertrage das Medikament bisher gut.
17.Nebenwirkungen ansprechen
Seit ich das Medikament nehme, ...
Ich habe den Eindruck, dass ...
Könnte das eine Nebenwirkung sein?
Soll ich das Medikament weiter einnehmen?
Bei echten medizinischen Entscheidungen ist die Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal wichtig.
18.Vorsorge und Prävention
Wichtige Wörter:
die Vorsorge
die Früherkennung
die Schutzimpfung
die Prävention
der Gesundheitscheck
das Risiko senken
Erkrankungen vorbeugen
Beispiel:
Regelmäßige Vorsorge kann helfen, bestimmte Risiken früh zu erkennen.
19.Lebensstil und Gesundheit
Typische Themen:
Bewegung
Ernährung
Schlaf
Stress
Erholung
Alkoholkonsum
Rauchen
Arbeitsbelastung
Bildschirmzeit
B2-Muster:
Ein ausgewogener Lebensstil kann dazu beitragen, ...
20.Ratschläge vorsichtig formulieren
Nützliche Formen:
Es kann sinnvoll sein, ...
Es wäre ratsam, ...
Man könnte versuchen, ...
Es empfiehlt sich, ...
Diese Formen sind weniger direkt als:
Du musst ...
21.Gesundheitsinformationen bewerten
B2-Fragen:
Woher stammt die Information?
Ist die Quelle nachvollziehbar?
Wer ist verantwortlich?
Werden Risiken und Grenzen genannt?
Wird zwischen Erfahrung und Evidenz unterschieden?
Nützliche Sprache:
Die Quelle wirkt zuverlässig, weil ...
Die Aussage wird nicht näher belegt.
22.Digitale Medizin: Grundidee
Digitale Medizin umfasst zum Beispiel:
Videosprechstunden
elektronische Rezepte
digitale Patientenakten
Gesundheits-Apps
Online-Terminbuchung
digitale Befunde
Fernüberwachung bestimmter Werte
Der genaue Umfang hängt vom Gesundheitssystem und vom konkreten Angebot ab.
23.die Videosprechstunde
eine Videosprechstunde vereinbaren
an einer Videosprechstunde teilnehmen
technische Probleme haben
Dokumente vorab hochladen
Beispiel:
Für eine erste Rückfrage kann eine Videosprechstunde praktisch sein.
24.Telemedizin: Vorteile
Typische Vorteile:
kürzere Wege
leichterer Zugang
Zeitersparnis
schnelle Rückfragen
Versorgung in abgelegenen Regionen
B2-Muster:
Ein Vorteil besteht darin, dass ...
Besonders hilfreich kann ... für ... sein.
25.Telemedizin: Grenzen
Mögliche Grenzen:
keine körperliche Untersuchung
technische Probleme
Datenschutzfragen
digitale Barrieren
nicht für jede Situation geeignet
Neutral:
Telemedizin kann persönliche Untersuchungen ergänzen, aber nicht in jedem Fall ersetzen.
26.das E-Rezept
Wortschatz:
das E-Rezept
ein Rezept ausstellen
ein Rezept einlösen
die Apotheke
die Verordnung
Beispiel:
Das Rezept wurde elektronisch ausgestellt.
27.Digitale Patientenakte
Nützliche Wörter:
die Patientenakte
medizinische Daten
Befunde speichern
Dokumente abrufen
Zugriffsrechte
Daten freigeben
Beispiel:
In einer digitalen Patientenakte können unterschiedliche medizinische Dokumente gebündelt werden.
28.Datenschutz im Gesundheitsbereich
Gesundheitsdaten gelten als besonders sensibel.
Nützliche Sprache:
Daten schützen
Zugriff beschränken
Einwilligung geben
Daten verschlüsseln
Daten weitergeben
Datenschutz gewährleisten
Diskussionsmuster:
Entscheidend ist, wer auf welche Daten zugreifen darf.
29.Zugriff und Einwilligung
Zugriff auf Daten haben
jemandem Zugriff gewähren
eine Einwilligung erteilen
eine Einwilligung widerrufen
Daten nur für einen bestimmten Zweck nutzen
Diese Wörter sind besonders nützlich in formellen Diskussionen.
30.Gesundheits-Apps
Typische Funktionen:
Schritte zählen
Schlaf dokumentieren
Ernährung protokollieren
Medikamenteneinnahme erinnern
Messwerte speichern
Neutral formulieren:
Eine App kann unterstützen, ersetzt aber nicht automatisch professionelle Beratung.
31.Digitale Selbstmessung
Typische Geräte und Funktionen:
Fitnessuhr
Smartwatch
Schrittzähler
Pulsmessung
Schlaftracking
Blutdruckmessgerät mit App
B2-Diskussion:
Solche Daten können nützlich sein, müssen aber richtig interpretiert werden.
32.Digitale Gesundheitskompetenz
Dazu gehört:
Quellen prüfen
Werbung erkennen
Risiken einschätzen
Daten verstehen
Grenzen einer App erkennen
professionelle Hilfe einordnen
Nützliche Form:
Nicht jede digitale Information ist medizinisch gleich zuverlässig.
33.Online-Symptomsuche: sprachlich vorsichtig bleiben
Beim Lesen von Gesundheitsinformationen im Internet sind vorsichtige Formulierungen wichtig:
Das könnte verschiedene Ursachen haben.
Die Symptome können unterschiedliche Gründe haben.
Eine eindeutige Beurteilung ist online nicht möglich.
Nicht jede Übereinstimmung zwischen Symptomen und einer Webseite bedeutet eine Diagnose.
34.Seriöse und unseriöse Informationen
Nützliche Kriterien:
Quelle genannt?
Autor oder Institution genannt?
Datum aktuell?
Werbung klar gekennzeichnet?
Risiken und Grenzen erwähnt?
Belege oder Quellen angegeben?
Redemittel:
Die Information wirkt nachvollziehbar, weil ...
Die Quelle bleibt unklar.
35.Werbung und Gesundheitsversprechen
Typische problematische Formulierungen:
garantiert
sofort wirksam
für jeden geeignet
ohne Risiko
wissenschaftlich bewiesen
B2-Sprache zur Bewertung:
Solche Aussagen sollte man kritisch prüfen.
Der Werbecharakter ist deutlich erkennbar.
Die Behauptung wird nicht ausreichend belegt.
36.Vor- und Nachteile digitaler Medizin diskutieren
Typische Struktur:
Einerseits ...
Andererseits ...
Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass ...
Ein möglicher Nachteil ist, dass ...
Entscheidend ist, ob ...
Beispiel:
Einerseits erleichtern digitale Angebote den Zugang, andererseits können technische und datenschutzrechtliche Fragen entstehen.
37.Barrierefreiheit und digitale Teilhabe
Nicht alle Menschen können digitale Angebote gleich gut nutzen.
Mögliche Hürden:
fehlende Geräte
geringe digitale Erfahrung
Sprachbarrieren
eingeschränkte Seh- oder Hörfähigkeit
komplizierte Anmeldung
schlechte Internetverbindung
Nützliche Form:
Digitale Angebote sollten möglichst barrierearm gestaltet sein.
38.Menschlicher Kontakt in der Medizin
Ein häufiges Diskussionsthema:
Effizienz
vs
persönlicher Kontakt
Redemittel:
Digitale Verfahren können Abläufe vereinfachen.
Gleichzeitig bleibt persönliche Kommunikation in vielen Situationen wichtig.
39.Automatisierte Auswertung und KI
Im Gesundheitsbereich kann Software Daten auswerten oder Entscheidungen unterstützen.
Nützliche Wörter:
die automatische Auswertung
ein Algorithmus
eine Empfehlung erzeugen
Muster erkennen
eine Entscheidung unterstützen
Fehler erkennen
Neutral:
Automatisierte Systeme können Fachpersonal unterstützen, tragen aber nicht automatisch allein die Verantwortung für medizinische Entscheidungen.
40.Fehlalarme und falsche Sicherheit
Digitale Messungen können zu zwei Problemen führen:
Fehlalarm
→ ein Wert wirkt problematisch, obwohl kein ernstes Problem vorliegt
falsche Sicherheit
→ ein unauffälliger Wert wird zu stark beruhigend interpretiert
B2-Muster:
Messwerte sollten immer im passenden Kontext interpretiert werden.
41.Gesundheitsdaten vergleichen
Nützliche Verben:
Werte vergleichen
Veränderungen beobachten
eine Entwicklung dokumentieren
Abweichungen feststellen
Daten interpretieren
Beispiel:
Die Werte lassen sich über einen längeren Zeitraum vergleichen.
42.Gesundheit und Arbeitsplatz
Typische Themen:
Arbeitsbelastung
Pausen
Ergonomie
Schichtarbeit
Zeitdruck
psychische Belastung
Krankmeldung
Wiedereinstieg
B2-Muster:
Dauerhafter Zeitdruck kann das Wohlbefinden beeinträchtigen.
43.Gesundheit und Schule
Typische Themen:
Leistungsdruck
Prüfungsstress
Schlafmangel
soziale Konflikte
Bewegungsmangel
digitale Belastung
Unterstützungsangebote
Neutral:
Schulischer Stress kann sich auf Konzentration und Wohlbefinden auswirken.
44.Mobbing: Grundbegriff
Im Deutschen bezeichnet Mobbing typischerweise wiederholtes, systematisches Ausgrenzen, Abwerten oder Angreifen einer Person über einen längeren Zeitraum.
Typische Merkmale:
Wiederholung
Dauer
Ungleichgewicht
gezielte Ausgrenzung oder Abwertung
Belastung der betroffenen Person
Nicht jeder einzelne Streit ist automatisch Mobbing.
45.Konflikt vs Mobbing
Konflikt:
zwei oder mehrere Seiten streiten
Interessen oder Meinungen stehen gegeneinander
Situation kann einmalig sein
Mobbing:
wiederholte Angriffe oder Ausgrenzung
oft über längere Zeit
häufig asymmetrische Situation
Die Begriffe sollten nicht automatisch gleichgesetzt werden.
46.Formen von Mobbing
Mögliche Formen:
beleidigen
lächerlich machen
ignorieren
Gerüchte verbreiten
aus Gruppen ausschließen
ständig kritisieren
Informationen vorenthalten
drohen
einschüchtern
Nicht jede Form tritt in jeder Situation auf.
47.Mobbing am Arbeitsplatz
Typische Situationen können sein:
jemanden wiederholt vor anderen abwerten
wichtige Informationen absichtlich nicht weitergeben
eine Person systematisch isolieren
ständig unangemessene Kritik äußern
Aufgaben gezielt erschweren
Sachlich beschreiben:
Die betroffene Person berichtet von wiederholter Ausgrenzung im Team.
48.Mobbing in Schule und Ausbildung
Typische Formen:
Ausgrenzung
Spott
Beleidigungen
Gerüchte
Drohungen
Beschädigung von Sachen
gezieltes Bloßstellen
Nützliche Formulierung:
Eine Schülerin wird wiederholt aus Gruppenaktivitäten ausgeschlossen.
49.Cybermobbing
Cybermobbing findet über digitale Kanäle statt:
Chats
soziale Netzwerke
Gruppenchats
Foren
Plattformen
Online-Spiele
Mögliche Formen:
beleidigende Nachrichten
bloßstellende Bilder
Gerüchte
Ausschluss aus Gruppen
wiederholte öffentliche Angriffe
50.Warum Cybermobbing besonders belastend sein kann
Mögliche Faktoren:
große Reichweite
schnelle Verbreitung
ständige Erreichbarkeit
schwierige Kontrolle von Kopien
anonyme oder pseudonyme Accounts
Neutral:
Digitale Angriffe können sich schnell verbreiten und lange sichtbar bleiben.
51.Betroffene Person statt Opfer
das Opfer ist möglich, kann aber stark etikettierend wirken.
Neutraler sind oft:
die betroffene Person
die betroffene Schülerin
der betroffene Mitarbeiter
Die Wortwahl hängt vom Kontext ab.
52.Mobbing sachlich beschreiben
Nützliche Muster:
Seit mehreren Wochen kommt es wiederholt zu ...
Die Person berichtet, dass ...
Mehrere Vorfälle haben sich wiederholt.
Die Situation hat sich zunehmend verschärft.
Die betroffene Person fühlt sich ausgegrenzt.
Konkrete Beobachtungen sind klarer als pauschale Urteile.
53.Beobachtung und Bewertung trennen
Beobachtung:
Mehrere Teammitglieder laden die Person wiederholt nicht zu Besprechungen ein.
Bewertung:
Die Person wird systematisch ausgegrenzt.
In formellen Gesprächen ist es oft hilfreich, zuerst konkrete Vorfälle zu nennen.
54.Auswirkungen auf das Wohlbefinden
Mögliche Folgen können sein:
Stress
Anspannung
Schlafprobleme
Konzentrationsprobleme
Unsicherheit
Rückzug
Angst vor bestimmten Situationen
sinkende Motivation
Neutral:
Die Situation kann das psychische Wohlbefinden deutlich belasten.
55.Auswirkungen auf Arbeit oder Schule
Mögliche Folgen:
Leistungsabfall
Fehlzeiten
Konzentrationsprobleme
Rückzug aus Gruppen
Konfliktvermeidung
Kündigungs- oder Schulwechselwunsch
Nicht jede betroffene Person reagiert gleich.
56.Unterstützung ansprechen
Nützliche Wörter:
Unterstützung suchen
sich jemandem anvertrauen
ein Gespräch führen
eine Vertrauensperson ansprechen
Beratung in Anspruch nehmen
einen Vorfall melden
Beispiel:
Es kann hilfreich sein, die Situation mit einer Vertrauensperson zu besprechen.
57.Einen Vorfall melden
Formelle Muster:
Ich möchte einen Vorfall melden.
Es geht um wiederholte ...
Am ... ist Folgendes passiert:
Ähnliche Situationen sind bereits mehrfach vorgekommen.
Ich möchte gern klären, welche nächsten Schritte möglich sind.
58.Konkrete Beispiele dokumentieren
Sachliche Angaben können sein:
Datum
Ort
beteiligte Personen
was gesagt oder getan wurde
mögliche Zeugen
digitale Nachrichten oder andere vorhandene Nachweise
Sprachlich:
Am Dienstag wurde ich in der Besprechung erneut ...
59.Unterstützung anbieten
Nützliche Formulierungen:
Möchtest du darüber sprechen?
Wie kann ich dich unterstützen?
Soll ich dich zu dem Gespräch begleiten?
Du kannst dich an ... wenden.
Es wäre sinnvoll, die Situation nicht allein zu tragen.
Wichtig ist, der betroffenen Person zuzuhören und ihre Perspektive nicht vorschnell zu relativieren.
60.Mobbing nicht bagatellisieren
Ungünstig:
Das ist doch nicht so schlimm.
Ignorier es einfach.
Du bist zu empfindlich.
Unterstützender:
Das klingt belastend.
Es ist gut, dass du darüber sprichst.
Lass uns überlegen, wer dich unterstützen kann.
61.Mobbing nicht vorschnell diagnostizieren
Auch das Gegenteil ist wichtig.
Nicht jeder Konflikt ist automatisch Mobbing.
Sachlich:
Es gibt wiederholte Konflikte.
Die Situation sollte genauer geklärt werden.
Es ist zu prüfen, ob systematische Ausgrenzung vorliegt.
So bleibt die Sprache präzise.
62.Prävention von Mobbing
Mögliche Maßnahmen:
klare Regeln
niedrigschwellige Meldemöglichkeiten
Vertrauenspersonen
frühe Konfliktklärung
Schulungen
transparente Zuständigkeiten
respektvolle Kommunikationskultur
B2-Muster:
Prävention beginnt nicht erst, wenn ein schwerer Konflikt entstanden ist.
63.Verantwortung von Institutionen
Schulen, Hochschulen und Arbeitgeber können Strukturen schaffen, in denen Beschwerden ernst genommen und nachvollziehbar bearbeitet werden.
Nützliche Sprache:
Zuständigkeiten klären
Beschwerden prüfen
Schutzmaßnahmen treffen
Gespräche moderieren
Verfahren transparent machen
64.Konfliktmoderation
Nützliche Wörter:
moderieren
vermitteln
eine Lösung suchen
Perspektiven anhören
Vereinbarungen treffen
Grenzen setzen
Nicht jede Mobbingsituation lässt sich allein durch ein gemeinsames Gespräch lösen; die passende Vorgehensweise hängt vom konkreten Fall ab.
65.Grenzen setzen
Nützliche Redemittel:
Ich möchte nicht, dass ...
Bitte unterlassen Sie ...
Diese Bemerkung empfinde ich als unangemessen.
Ich möchte, dass wir sachlich bleiben.
So möchte ich nicht angesprochen werden.
Der Grad der Direktheit hängt von Situation, Sicherheit und Rollenverteilung ab.
66.Über Belastung sprechen
Nützliche B2-Muster:
Die Situation belastet mich zunehmend.
Ich merke, dass meine Konzentration darunter leidet.
Seit einiger Zeit fällt es mir schwer, ...
Die Belastung wirkt sich auf ... aus.
darunter leiden ist besonders nützlich:
Meine Konzentration leidet darunter.
67.Auswirkungen formulieren
Typische Strukturen:
sich auf etwas auswirken
zu etwas führen
etwas beeinträchtigen
etwas erschweren
etwas verschärfen
Beispiele:
Dauerhafter Stress kann den Schlaf beeinträchtigen.
Die Situation erschwert die Zusammenarbeit.
68.Ursachen vorsichtig benennen
Wenn die Ursache nicht sicher ist:
möglicherweise
vermutlich
könnte damit zusammenhängen
lässt sich nicht eindeutig erklären
Beispiel:
Die Beschwerden könnten mit dauerhaftem Stress zusammenhängen.
Nicht:
Stress ist definitiv die Ursache.
wenn das nicht gesichert ist.
69.Maßnahmen vorschlagen
Nützliche Formen:
Man könnte ...
Es wäre sinnvoll, ...
Eine mögliche Maßnahme wäre ...
Es sollte geprüft werden, ob ...
Langfristig wäre es wichtig, ...
Diese Muster passen zu Gesundheit, digitaler Medizin und Mobbing.
70.Vor- und Nachteile abwägen
Typische B2-Struktur:
Einerseits ...
Andererseits ...
Zwar ..., jedoch ...
Ein Vorteil besteht darin, dass ...
Dem steht allerdings gegenüber, dass ...
Beispiel:
Zwar erleichtert Telemedizin den Zugang, jedoch ist nicht jede Untersuchung digital möglich.
71.Position differenziert ausdrücken
Ich halte ... grundsätzlich für sinnvoll, sofern ...
Ich sehe Vorteile, allerdings ...
Aus meiner Sicht hängt viel davon ab, ob ...
Pauschal lässt sich das nicht beurteilen.
B2 bedeutet oft:
nicht nur Ja oder Nein, sondern Bedingungen und Grenzen nennen.
72.Vergleiche formulieren
Im Vergleich zu ...
Während ...
hingegen
dagegen
ähnlich wie
deutlich stärker als
weniger geeignet für
Beispiel:
Im Vergleich zu einer persönlichen Untersuchung bietet eine Videosprechstunde mehr Flexibilität, aber weniger direkte Untersuchungsmöglichkeiten.
73.Statistische Aussagen vorsichtig formulieren
Nützliche Sprache:
ein großer Teil
eine Minderheit
die Mehrheit
ein Anstieg
ein Rückgang
eine Tendenz
ein Zusammenhang
Nicht automatisch:
Ursache
Beweis
Garantie
wenn Daten nur einen Zusammenhang zeigen.
74.Formeller Wortschatz: Gesundheit
Nützliche Paare:
krank sein → erkrankt sein
gesund werden → sich erholen / genesen
zum Arzt gehen → ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
vorbeugen → Prävention betreiben / vorbeugen
untersuchen → eine Untersuchung durchführen
Die einfachere Form ist nicht schlechter; die formellere erweitert das Register.
75.Formeller Wortschatz: digitale Medizin
Daten speichern
→ Daten erfassen / speichern
Daten ansehen
→ Daten einsehen
Zugriff erlauben
→ Zugriff gewähren
Daten teilen
→ Daten freigeben / übermitteln
eine App benutzen
→ eine Anwendung nutzen
76.Formeller Wortschatz: Mobbing
jemanden ausschließen
→ jemanden ausgrenzen
jemanden schlechtmachen
→ jemanden abwerten
jemanden bedrohen
→ jemanden einschüchtern / bedrohen
einen Fall melden
→ einen Vorfall melden
Hilfe suchen
→ Unterstützung in Anspruch nehmen
77.Wortfamilie gesund
gesund
die Gesundheit
gesundheitlich
das Gesundheitswesen
die Gesundheitsversorgung
gesundheitsbezogen
Beispiel:
Die gesundheitlichen Folgen sind schwer einzuschätzen.
78.Wortfamilie behandeln
behandeln
die Behandlung
behandelbar
unbehandelt
der Behandlungsverlauf
Beispiel:
Der weitere Behandlungsverlauf hängt von den Untersuchungsergebnissen ab.
79.Wortfamilie belasten
belasten
die Belastung
belastend
belastet
die Mehrfachbelastung
Beispiele:
Die Situation ist belastend.
Die Arbeitsbelastung ist gestiegen.
Die Person fühlt sich stark belastet.
80.Typischer Fehler 1: Diagnose selbst formulieren
Sprachlich zu stark:
Ich habe definitiv ...
wenn keine Diagnose gestellt wurde.
Vorsichtiger:
Ich habe Symptome, die zu ... passen könnten.
Ich möchte abklären lassen, woran es liegt.
Im Gesundheitskontext ist sprachliche Unsicherheit oft sachlich korrekt.
81.Typischer Fehler 2: Gesundheits-App mit Diagnose verwechseln
Zu stark:
Die App hat diagnostiziert, dass ...
wenn sie nur Daten anzeigt oder eine Einschätzung erzeugt.
Neutraler:
Die App zeigt auffällige Werte an.
Die Anwendung weist auf ein mögliches Risiko hin.
82.Typischer Fehler 3: Mobbing mit einmaligem Streit gleichsetzen
Nicht jeder Streit ist Mobbing.
Besser differenzieren:
ein Konflikt
ein wiederholter Konflikt
systematische Ausgrenzung
Mobbing
Je stärker der Begriff, desto wichtiger sind klare Kriterien.
83.Typischer Fehler 4: zu vage über Vorfälle sprechen
Vage:
Alle sind immer gemein zu mir.
Präziser:
Seit drei Wochen werde ich in mehreren Besprechungen wiederholt unterbrochen und nicht in den Gruppenchat aufgenommen.
Konkretheit hilft besonders in formellen Gesprächen.
84.Typischer Fehler 5: betroffene Person verantwortlich machen
Ungünstig:
Du musst einfach härter werden.
Du reagierst zu empfindlich.
Sachlicher:
Die Situation sollte ernst genommen und genauer geklärt werden.
Es sollte geprüft werden, welche Unterstützung möglich ist.
Die Verantwortung für problematisches Verhalten sollte nicht pauschal der betroffenen Person zugeschoben werden.
85.Typischer Fehler 6: Datenschutz nur technisch verstehen
Datenschutz betrifft nicht nur:
Passwörter
Verschlüsselung
sondern auch:
wer zugreifen darf
wofür Daten genutzt werden
wie lange sie gespeichert werden
ob Einwilligung vorliegt
Darum ist das Thema auch organisatorisch und rechtlich relevant.
86.Schnellreferenz: Arztgespräch
Ich habe seit ... Beschwerden.
Die Symptome treten vor allem ... auf.
Es wird schlimmer, wenn ...
Ich bin mir nicht sicher, ob ...
Könnte das damit zusammenhängen?
Was würden Sie empfehlen?
87.Schnellreferenz: digitale Medizin
eine Videosprechstunde vereinbaren
ein E-Rezept erhalten
Daten speichern / freigeben
Zugriff gewähren
eine Gesundheits-App nutzen
Messwerte dokumentieren
Datenschutz gewährleisten
88.Schnellreferenz: Mobbing beschreiben
wiederholt ausgegrenzt werden
abgewertet werden
Gerüchte verbreiten
Informationen vorenthalten
jemanden einschüchtern
einen Vorfall melden
Unterstützung suchen
eine Vertrauensperson ansprechen
89.Schnellreferenz: Diskussion
Einerseits ..., andererseits ...
Zwar ..., jedoch ...
Ein Vorteil besteht darin, dass ...
Ein möglicher Nachteil ist ...
Entscheidend ist, ob ...
Pauschal lässt sich das nicht beurteilen.
90.Was auf B2 aktiv sitzen sollte
Du solltest sicher können:
Beschwerden zeitlich und qualitativ beschreiben
Gesundheitsinformationen vorsichtig bewerten
Vor- und Nachteile digitaler Medizin diskutieren
Datenschutz und Zugang thematisieren
Konflikt und Mobbing unterscheiden
wiederholte Vorfälle sachlich schildern
Auswirkungen beschreiben
Unterstützung und Maßnahmen ansprechen
91.Die drei Themen verbinden
Gesundheit, digitale Medizin und Mobbing wirken zunächst unterschiedlich.
Sie verbinden sich aber über gemeinsame B2-Fragen:
Wie beschreibe ich Belastung?
Wie bewerte ich Informationen?
Wie formuliere ich Unsicherheit?
Wie spreche ich über Risiken?
Welche Unterstützung ist sinnvoll?
Welche Rolle spielen Institutionen?
Genau diese sprachlichen Funktionen machen das Themenpaket zusammenhängend.
92.Zusammenfassung
Dieses B2-Themenpaket verbindet Wortschatz und Redemittel für:
Gesundheit
Arztgespräche
Wohlbefinden
Prävention
digitale Medizin
Gesundheitsdaten
Datenschutz
Mobbing
Cybermobbing
Unterstützung und Prävention
Wichtige sprachliche Prinzipien:
konkret statt vage
vorsichtig statt übertrieben sicher
neutral statt wertend
Ursache und Zusammenhang unterscheiden
Beobachtung und Bewertung trennen
Vor- und Nachteile differenziert formulieren
Merksatz:
Auf B2 geht es nicht nur darum, Wörter zu kennen, sondern sensible Themen präzise, respektvoll und differenziert zu beschreiben.